erntelied

Erntelied

Windet zum Kranze die goldenen Aehren,
Flechtet auch Blumen, die blauen, hinein.
Blumen allein können nicht nähren;
Aber wo Aehren die Nahrung gewähren,
Freuet der süsse, der blumige Schein.
Windet zum Kranze die goldenen Aehren,
Flechtet auch Blumen, die blauen, hinein.

Holet die Wagen, mit Garben beladen,
Aus dem Gefilde mit Sang und mit Klang.
Klang und Gesang kann ja nicht schaden;
Lange genug hat in Thränen sich baden
Kümmerniss müssen in furchtbarem Drang.
Holet die Wagen, mit Garben beladen,
Aus dem Gefilde mit Sang und mit Klang.

Friedrich Rückert

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am strand

Es heisst, dass Johannes Brahms
mit einem Freund am Strand spazieren ging,
der sich beklagte,
alle gute Musik sei schon geschrieben worden.
‚Oh schau‘, sagte Brahms und zeigte aufs Meer hinaus.
‚Da kommt die letzte Welle.‘

aus „Die Philosophen der Rundwelt“ von Terry Pratchett

meer

Im Wechselspiel

Im Wechselspiel der Gezeiten
hinter der weichenden Flut
zu Bewahrendes finden
im ausgewaschenen Sand

Annemarie Schnitt

Fortgehen

wenn das Festland
dich schnürt

aufbrechen

mit der Brandung
neu ankommen

fesselfrei

Annemarie Schnitt