zeit

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus Aurelius

Zurück am Brenner…. nach fast 4 Monaten Perlenabstinenz endlich wieder das Feuer entzünden dürfen – oder es zumindest einfach wieder tun – ist ganz wunderbar! Wie oft ich die Glasstäbe angschaut habe und mich irgendwann fragte, ob es dann noch gelingen wird, wenn ich meinen rechten Arm wieder einbisschen mehr einsetzen darf? So lange Schonzeit war für eine „Handarbeiterin“ wie mich oft zäh und schwierig. Jetzt aber wage ich es wieder und habe Lust die Farben des Sommers einzufangen und Glasperlen entstehen zu lassen. 4 habe ich bereits fotografiert, so dass die Hoffnung aufkommt, dass diesmal wirklich wieder etwas mehr los ist hier auf dem blog. Vorallem aber, dass ich wieder schöne Stunden mit Feuer und Glas verbringen kann.

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benebelter duft

Es schwellt der Orange benebelnder Duft
Fast heimlich herbei und berauscht meinen Sinn,
Es kühlt stiller Lorbeer die windliebe Luft,
Und Myrten enthaucht es, kaum merkbar: ich bin!

Theodor Däubler

mondrosen

Komm in mein Zimmer, wenn Mondlicht ist.
Es hat sieben Fenster mit Seidengardinen.
Die werden vom vollen Mondeslicht
Wie Rosenblätter durchschienen.

Das bin ich sicher: du hast noch nicht
In einer Rose gelegen.
Wir lassen uns vom Mondeslicht
Im Innern der Rose bewegen.

Eva Strittmatter

es ist eine ferne

wir
wollen
glauben
an
ein langes jahr,
das uns gegeben ist,
neu,
unberührt, voll nie gewesener dinge,
voll nie getaner arbeit,
voll aufgabe,
anspruch und zumutung.
wir wollen sehen,
dass wir’s nehmen lernen, ohne allzu viel fallen zu lassen
von dem
was es zu vergeben hat, an die, die notwendiges, ernstes und
grosses von ihm verlangen.

rainer maria rilke

es ist eine ferne, die war, von der wir kommen.
es ist eine ferne, die sein wird, zu der wir gehen.

johann wolfgang von goethe

heute schlage ich hier im blog eine neue seite auf und beginne das perlenjahr 2017. nach dem ich längere zeit kaum am brenner war, beginne ich mit einfachen perlen. einfach, matt und so ein bezaubernedes farbspiel mit licht und schatten wenn die sonne drauf scheint.
möge das neue jahr viel licht bringen und den schatten die dann halt auch dazugehören mindestens so viel leuchtendes verleihen, dass man ihnen was schönes abgewinnen kann.
ich wünsche euch allen da draussen alles gute im neuen jahr und freue mich, wenn ihr mich weiter begleitet auf dieser seite. es wird auch im 2017 keine andere form von netzpräsenz geben was die glasgarage betrifft. vor elfeinhalb jahren habe ich mein erstes blog begonnen, vor 12 jahren hat mich der „glasvirus“befallen und so freue ich mich erneut auf ein neues perlenjahr.
es guets neus!

wut und zärtlichkeit

….Kann man wütend sein und weise,
laut sein und im Lauten leise,
macht gerechter Zorn nicht müde,
ist vielleicht nur Attitüde?

Eines fügt sich doch zum andern,
nichts besteht für sich allein.
Flüsse, die getrennt mäandern,
leiben sich dem Meere ein.

Gut poliert erscheint das Schlechte
oft in einem Strahlenkranz.
Sei ein Heiliger, ein Sünder,
gib dir alles! Werde ganz!

Hab mich niemals an Gesetze,
Dogmen oder Glaubenssätze,
Führer, höhere Gewalten
ohne Widerspruch gehalten.

Und mich führ’n auf meiner Reise
zum Verstehen viele Gleise.
Zwischen Zärtlichkeit und Wut
tut das Leben richtig gut….

aus Wut und Zärtlichkeit von Konstantin Wecker

Im oktober hatte ich bereits zum wiederholten mal gelegenheit ein konzert von konstantin wecker zu erleben. „revolution“ – eindrücklich und stark wie immer!
auch im oktober hat sich die pfotenzahl im blauen haus erhöht … es leben jetzt nebst der wundervollen william (burroughs) noch pablo (neruda) und modiano (patrick), 2 schöne und sehr liebe 6-jährige kater hier.
noch sind wir am angewöhnen – wusste gar nicht mehr, dass das uns alle so beansprucht. ich freue mich darüber, dass die beiden tollen kater kaum im tierheim bereits wieder einen platz gefunden haben und fände es schön, wenn sie sich hier zuhause und wohl fühlen. bilder werde ich auch zeigen, sobald sie sich für die kamera in pose werfen;-)
oktober hiess auch, dass bald die märkte los gehen und entsprechend noch einiges vorbereitet werden musste.
die termine dazu findet ihr hier<
eigentlich hiesse oktober ja auch sonne, goldener herbst und leuchten. ähm, nun ja, man musste sich das alles dann doch oft schön- und einreden. jetzt aber hat der november mit freundlichem herbstlicht begonnen und zeigt sich von der schönen seite. als novemberkind erfreut mich das natürlich besonders und lässt hoffen, dass einige der weihnachtsmärkte nicht allzu kalt sein werden.

und wieder geht ein sommer

wieder geht ein sommer,
beugen sich rosen
unter später blüte,
steigen drachen am berg.
wahrscheinlich schnürt auch
daedalus in diesen tagen
neue flügel, um zu verbrennen
in der sonne, nicht im schnee.
wie mein verrücktes
herz mit dem moospelz
sich aufmacht, an knospen
zu glauben und früchte,
als wanderte die zeit
nicht weiter und würde grau.

Bess Dreyer