leuchtende jahreszeit

ich werde nie zum frühling sagen: verzeihen sie, sie haben dort ein welkes blatt
oder zum herbst: nehmen sie es ja nicht übel, dieser apfel ist nur zur hälfte rot

friedrich hebbel

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luft …

Wie unsere Seele, die aus Luft besteht, uns zusammenhält, so umschließt auch Lufthauch das ganze Weltall.

Anaximenes

luft …. wie mein blog dokumentiert, gabs seit einem jahr wenig einträge. weil es ein perlenblog ist, kann ich quasi nur dann was zeigen, wenn ich auch wirklich perlen mache. und es gab kein jahr, in dem ich so wenig am brenner war, wie das letzte. manchmal warens einfache gründe … keine zeit, neue katzen etc. und doch wars immer mehr auch ein „ich habe keine lust an den brenner zu gehen“. so kannte ich das nicht und ich wusste nicht so recht ob einfach zeit für etwas neues ist. früher gabs mich nicht ohne zu musizieren, dann nicht ohne glasperlen und jetzt? etwas neues? …
und doch war ich immer mal wieder am brenner und habe eher kleinere perlen gedreht, wenig grosse einzelperlen, weniger lust zu experimentieren und zu spielen und immer war bald mal „die luft raus“.

so ging ich in meiner letzten sommerferienwoche bei trübem regenwetter zu der lieben claudia von crea-arte um mir etwas „motivationsglas“ zu kaufen – als ob bei meinen riesen glasvorräten und der wenigen brennerzeit neue glasvorräte das wichtigste wäre;-)

heimgekommen bin ich mit einigen glastangen und einem nigelnagelneuen 10-l-sauertsoffkonzentrator. eine riesen investition, wenn man dem gedanken des aufhörens glauben schenken würde.
und was soll ich sagen…. ich war ewig nicht mehr so lange, intensiv und voller freude am brenner wie die letzten tage (naja, eher nächte).
„die luft war raus“, stimmte somit völlig. alle meine sauerstoffkonzentratoren haben nicht annähernd die leistung meines neuen „luftmaschinchens“ und ich weiss endlich, weshalb ich so wenig freude hatte und ich weiss vorallem wieder wie sehr ich lust habe auf feuer und glas!:-)
ich habe einiges fotografiert und so wird hier glaub tatsächlich wieder mehr los sein.
den beginn machen die perlen mit hyperion – ein silberglas und egal bei welchem licht ich sie fotografiere, so wunderschön pinkleuchtend wie sie in wirklichkeit sind, kann ich sie gar nicht fotografieren.

liebe etoilefilante22 .. ich grüsse dich einfach auf diese weise mal ganz lieb und sage merci für all deine rückmeldungen:-)

träume

Träume, die in deinen Tiefen wallen

Träume, die in deinen Tiefen wallen,
aus dem Dunkel lass sie alle los.
Wie Fontänen sind sie, und sie fallen
lichter und in Liederintervallen
ihren Schalen wieder in den Schoß.

Und ich weiß jetzt: wie die Kinder werde.
Alle Angst ist nur ein Anbeginn;
aber ohne Ende ist die Erde,
und das Bangen ist nur die Gebärde,
und die Sehnsucht ist ihr Sinn –

Rainer Maria Rilke

die vorbereitungen laufen seit letztem sommer, die aussteller/innen sind längst klar und die flyer sind unterwegs. ostern kann kommen:-)

Osterausstellung-Schloss-Jegenstorf

freudenfrüchte

Auf die fruchtbringende Herbstzeit

Freuderfüller, Früchtebringer, vielbeglückter Jahreskoch,
Gründung-, Blüh- und Zeitungziel, werkbeseeltes Lustverlangen!
Lange Hoffnung ist in dir in die Taterweisung gangen.
Ohne dich wird nur beschauet, aber nichts genossen noch.

Du Vollkommenheit der Zeiten, mache bald vollkommen doch,
Was von Blüh- und Wachstumskraft halbes Leben schon empfangen!
Deine Wirkung kann allein mit der Werkvollziehung prangen.
Werter Zeitenschatz, ach, bringe jenes Blühen auch so hoch,

Schütt aus deinem reichen Horn hochverhoffte Freudenfrüchte!
Lieblich süsser Mundergetzer, lab auch unsern Geist zugleich!
So erhebt mit jenen er deiner Früchte Ruhmgerüchte.

Zeitig´ die verlangten Zeiten in dem Oberherrschungsreich,
Lass die Anlasskerne schwarz, Schickungsäpfel saftig werden,
Dass man Gottes Gnadenfrücht froh geniesst und isst auf Erden.

Catharina Regina von Greiffenberg

…vorgestern war wohl einer der letzten warmen barfusstage dieses jahres. wir haben ihn geniessend draussen verbracht mit perlen- und blätterauffädeln … oder den pelz im sonnenlicht wärmend.

landregen

Landregen

Der Regen rauscht. Der Regen
Rauscht schon seit Tagen immerzu.

Und Käferchen ertrinken
Im Schlammrinn an den Wegen. – –
Der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.

Im Regenrauschen schweigen
Alle Vögel und zeigen
Sich nicht.

Es rauscht urewige Musik.

Und dennoch sucht mein Blick
Ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm ich mich, zu sagen:
Ich sehne mich nach etwas Staub.

Ich kann das schwere, kalte Laub
Nicht länger mehr ertragen.

Joachim Ringelnatz