trinke mit den augen

trinke mit den augen
und fülle mit den farben dein herz.

lu-chi

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zeit

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus Aurelius

Zurück am Brenner…. nach fast 4 Monaten Perlenabstinenz endlich wieder das Feuer entzünden dürfen – oder es zumindest einfach wieder tun – ist ganz wunderbar! Wie oft ich die Glasstäbe angschaut habe und mich irgendwann fragte, ob es dann noch gelingen wird, wenn ich meinen rechten Arm wieder einbisschen mehr einsetzen darf? So lange Schonzeit war für eine „Handarbeiterin“ wie mich oft zäh und schwierig. Jetzt aber wage ich es wieder und habe Lust die Farben des Sommers einzufangen und Glasperlen entstehen zu lassen. 4 habe ich bereits fotografiert, so dass die Hoffnung aufkommt, dass diesmal wirklich wieder etwas mehr los ist hier auf dem blog. Vorallem aber, dass ich wieder schöne Stunden mit Feuer und Glas verbringen kann.

verwobene lichtbrüche

Wunder aus Glas

ganz tief in dir
fließt dein eigenes meer
die ufer aus zeit beruhigen
die ungenauen bewegungen
stille worte treiben
durch die luft
sie streicheln wie ein atemhauch
deine gedanken
ganz tief in dir
verwischen die farben
lichtbrüche verweben sich
zu hintergründen
die ferne steht still
in einem fenster aus schnee
ganz tief in dir selbst
webst du ein wunder aus glas

Hermann Josef Schmitz

Nach langer Zeit war ich mal wieder am Brenner und habe eine neue Hosentaschenperle für meinen Liebsten gemacht. Als ich vom Brenner kam, zeigte er mir seinen neusten Text, welchen er mir widmete. Zufall, „perl-poesie“ wie sie uns eigen ist … was auch immer, aber es passte so sehr zu meiner grad entstandenen Perle und freut mich das neue Jahr hier im Blog damit zu eröffnen.

Von Herzen alles Gute wünsche ich allen BesucherInnen dieser Seite.
Möge das Jahr ein gutes werden. Und es hat schon jetzt Steigerungspotential. Am Brenner war ich erst einmal. Beim Tierarzt bereits zweimal….
Auf ein gutes 2018!

wenig lärm

Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder

Antoine de Saint-Exupéry

zurück aus korsika bin ich voller schöner eindrücke. wie schön es immer wieder ist, wenn wir zu zweit unterwegs sind und gemeinsam die welt entdecken. diesmal wars diese wunderschöne vielfältige insel und es hat uns beim ersten besuch so sehr gefallen, dass selbst ich – die ich ja nicht immer so gerne verreise – gesagt habe, dass wir wieder hingehen werden. in einer andern jahreszeit. in eine andere gegend. aber bestimmt wieder ins landesinnere durch schluchten und auf berge. dorthin wo die wunder keinen lärm machen …

Wolke, Blume, Seifenblase

Dass das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Dass das Köstliche, Entzückende,
Holde ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,
Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Dass sie, kaum entdeckt, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer.
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:
Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,
Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah am Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,
Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.
So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,
Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigem Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der Rose,
Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweggeflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in Sand geschrieben.

Hermann Hesse