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leuchtende jahreszeit

ich werde nie zum frühling sagen: verzeihen sie, sie haben dort ein welkes blatt
oder zum herbst: nehmen sie es ja nicht übel, dieser apfel ist nur zur hälfte rot

friedrich hebbel

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herbstbild

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag,
wie ich keinen sah!
Die Luft ist still,
als atmete man kaum,
und dennoch fallen
raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab
von jedem Baum.

O stört sie nicht,
die Feier der Natur!
Dies ist die Lese,
die sie selber hält,
denn heute löst sich von den
Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl
der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel

wenig lärm

Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder

Antoine de Saint-Exupéry

zurück aus korsika bin ich voller schöner eindrücke. wie schön es immer wieder ist, wenn wir zu zweit unterwegs sind und gemeinsam die welt entdecken. diesmal wars diese wunderschöne vielfältige insel und es hat uns beim ersten besuch so sehr gefallen, dass selbst ich – die ich ja nicht immer so gerne verreise – gesagt habe, dass wir wieder hingehen werden. in einer andern jahreszeit. in eine andere gegend. aber bestimmt wieder ins landesinnere durch schluchten und auf berge. dorthin wo die wunder keinen lärm machen …

Wolke, Blume, Seifenblase

Dass das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Dass das Köstliche, Entzückende,
Holde ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,
Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Dass sie, kaum entdeckt, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer.
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:
Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,
Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah am Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,
Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.
So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,
Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigem Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der Rose,
Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweggeflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in Sand geschrieben.

Hermann Hesse

mit der sonne leuchten

mit euch allen

schweben
mit dem vogel

mit der sonne
leuchten

rollen mit der
erde

mit euch allen
feiern
das unverlässliche
leben

rose ausländer

ich höre grad „Karolinas Töchter“ und davor „das Haus der verlorenen Kinder“.
die sonne strahlt, der herbst präsentiert sich leuchtend und wunder-voll und all die gehörten worte berühren mich und es möge ein tag sein,
an dessen ende wir das unverlässliche leben feiern können und nicht bangen müssen über wahlresultate hier und dort….