brise

Die Brise im Ohr überschlägt sich
im Rausch
wirft sie Wellen aus schaumigem Grün.

Beim Leuchtturm drei Möwen
Sehnsucht
geflügeltes Wort.

Die sinkende Sonne schickt Finger –
ein Blick in die Blendung
ein Gischtrest im Mund
von der Insel dein Duft.

Einmal erwachen mit Schwimmhaut
am Herz.

Andreas Neeser

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unendlichkeit

Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.

Jules Verne

am strand

Es heisst, dass Johannes Brahms
mit einem Freund am Strand spazieren ging,
der sich beklagte,
alle gute Musik sei schon geschrieben worden.
‚Oh schau‘, sagte Brahms und zeigte aufs Meer hinaus.
‚Da kommt die letzte Welle.‘

aus „Die Philosophen der Rundwelt“ von Terry Pratchett

meer

Im Wechselspiel

Im Wechselspiel der Gezeiten
hinter der weichenden Flut
zu Bewahrendes finden
im ausgewaschenen Sand

Annemarie Schnitt

Fortgehen

wenn das Festland
dich schnürt

aufbrechen

mit der Brandung
neu ankommen

fesselfrei

Annemarie Schnitt

sommerregenduft

Nach dem Regen

Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.

Die Tauben girren und kosen
Dort auf dem niedern Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.

Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.

Ada Christen