herbsttag und mohn

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

herbsttag und mohn …. ja, das ist keine unmöglichkeit. diese mohnblüte ist letzten montag erbblüht und hat bis zum mittwoch die feier der natur auf ihre weise unterstützt. ich staune immer wieder und freue mich an dieser grossen natur.

Advertisements

pfingstrosenschnee

„Pfingstrosenschnee – Worte, die getragen sind von den Begegnungen mit Menschen, die dem Autor sehr viel bedeuten, der geliebten Frau, dem verstorbenen Vater, von Begegnungen mit den Verwirrungen in Arbeit und Natur und genauso von der Schönheit, die immer wieder in verborgenen Winkeln erscheint. Pfingstrosenschnee ist ein Gedichtband voll leiser Worte, voller Nachdenklichkeit und gleichzeitig voller Verführung zum Leben.“
Kurzbeschreibung zu Pfingstrosenschnee – Hermann Josef Schmitz

heute mache ich gerne werbung für den neuen lyrikband von meinem Liebsten.
es war mir eine ehre eine perle für das titelbild zur verfügung zu stellen.
beziehen kann man den schönen gedichtband bei einigen anbietern, oder aber auch direkt über uns.
annemarie aeschbacher schmitz: artisanne ( at) bluewin . ch
hermann josef schmitz: hermannjosefschmitz (at ) web . de

stein-zeit

Stein-Zeit

Die in den Weg
gelegten Pfade
zeigen uns oft
freundlich den Weg.
Nicht unsere Ziele,
nicht die Ideen
von Zukunft
tun es.
Sie wird uns
gewiesen.
Die Weisung erwartet
unser Erscheinen
am heiligen Tag
der Steine.

Dieser entlässt uns
in weitere Kreise.
Nicht zur Schlachtbank führen
die Schafpfade.
Ein Ende ist nicht.


Helmut Maier

Was, meinst du, ändert sich leichter,
ein Stein oder deine Ansicht darüber?

Bertolt Brecht

Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Steingrund
unter den Händen. Hier blüht wohl
einiges auf; aus stummem Absturz
blüht ein unwissendes Kraut singend hervor.

Rainer Maria Rilke

Auch eine schwere Tür hat nur einen kleinen Schlüssel nötig.

Charles Dickens

…bloss hat man nicht immer einen „kleinen“ passenden schlüssel zur hand hat.

nach längerem wurde ich mal wieder auf einem flohmarkt fündig und habe neue alte schlüssel gefunden zum beperlen. (nicht für die schweren türen;-) )
sollten bei jemandem zuhause alte schlüssel herumliegen…. ich bin dankbare abnehmerin:-)

Der französische Schriftsteller Honore de Balzac wurde eines Nachts durch einen Einbrecher geweckt,
der sich bemühte, seinen Schreibtisch zu öffnen und lachte laut auf.
Der Einbrecher fragte erschrocken: „Warum lachen Sie?“
Balzac antwortete: „Weil Sie bei Nacht, mit falschem Schlüssel und unter Gefahr
dort Geld suchen, wo ich bei Tag mit dem richtigen Schlüssel und ganz gefahrlos keines finde!“

oktoberlied

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!

Theodor Storm