tulpen …

Ich stürze den Kelch einer Tulpe um und erwarte: erblindete Fenster,
ein goldenes Horn, Baldachine aus Eulenflügeln, Läufen entsicherter
Waffen, alle die Schwermutsbilder, die mir – seit ich allein bin – die
Hände wärmen.

Aber nichts geschieht, nicht einmal ein Tautropfen rollt. Ein
Schmetterling aus Wachs, eine fremde Blume, die mein Türschloß
sperrt.

Obwohl die Sonne scheint – mag sein auf der anderen Seite der
Seele – ist ein Abend zu bestaunen: schwarze Wälder mit
ununterscheidbaren Bäumen und ein doppelter Mond, der mir Licht
ins Zimmer wirft.

wo die kalten Hände sich langsam den Lippen öffnen und – statt der
Lippen – Worte versuchen.

Christian Ide Hintze

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2 Gedanken zu „tulpen …

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