über das offene blau …

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Das Meer, perlensanft gerieft,
Und silbern wie Taubenflügel,
Kommt von weit
Auf mich zu und leckt mich
Mit winzigen Wellen
Wieder und wieder
Und lässt nicht nach
Als sei ich sein Junges.

Seine zarte Zunge
Auf meinen Augen
Unermüdlich
Vor dem weissen Himmel,
Hypnotisiert mich
Durch das Glas der Terrasse hindurch
Mit dem schimmernden Streicheln,
Bis es mich anbindet
Mit hängenden Armen
Auf meinem Stuhl
Und vor mir
Die Schreibmaschine
Verwaist.

Aufbruch ohne Gewicht
Weisse Gardinen, leuchtende Segel
An meinem Fenster
Am Hudson,
Im zehnten Stock des Hotels
Hell in die Sonne gebläht und
knatternd im Meerwind.

Versprechen, Ausfahrt
Nachhause,
Zu Stelldichein mit mir selbst.
Aufbruch ohne Gewicht,
Wenn das Herz den Körper verbrannt hat.

Segel so möwenleicht
Über das offene Blau.
Das Zimmer ist unterwegs.
Aber das Meer
Ist abgesteckt wie ein Acker.

Hilde Domin

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2 Gedanken zu „über das offene blau …

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